Signaldecoder: eine Software für OpenDecoder (Var. 1)

    Mit dieser Software lassen sich Signale ansteuern, wobei zwischen den Signalbegriffen vorbildgerecht übergeblendet wird. Das Überblenden geschieht mit einer einstellbaren Kennlinie, die Helligkeitsüberübergänge entsprechen damit dem Vorbild. Zusätzlich ist noch ein Bahnübergang mit Ansteuerung Faller Car Magnet implementiert.

    Auch diese Software arbeitet als einfacher Zubehördecoder, nur die Basic Packets werden ausgewertet, weder das DCC-Reset-Packet noch das Broadcast-Packet werden beachtet. Die Einstellung des Betriebsmodes und der Adresse erfolgt einfach durch Drücken der Programmiertaste und Senden eines Weichenbefehls. Es gibt folgende Modi:
      ModeFunktion
      0 Vier zweibegriffige Signale
      1 Zwei dreibegriffige Signale oder Vorsignale (DB), wobei jede LED einen eigenen Ausgang hat (keine Dioden erforderlich)
      2 Einfahrsignal und Vorsignal
      3 Einfahrsignal und Vorsignal, mit Dunkeltastung des Vorsignals
      4 Wechselblinker (für Bahnübergang, Fußgängerüberweg), zusätzliche Ansteuerung eines Stopmagneten für Faller Car.
      5 reserviert
      6 4 vierbegriffige Signale (rot, grün, gelb, aus)
      7 Ampel, mit Ansteuerung Stopmagnet

Die Programmierung

    Die Einstellung des Betriebsmodes und der Adresse erfolgt einfach durch Drücken der Programmiertaste und Senden eines Weichenbefehls. Der Inhalt des ersten empfangenen Befehls bestimmt dann Betriebsart und Adresse.
    1. Drücken des Programmiertasters für mind. 100ms, die LED beginnt zu leuchten. Dies zeigt an, das der Decoder zum Empfang eines Programmierbefehls bereit ist.
    2. Absenden eines Weichenbefehles. Der Decoder erkennt den Weichenbefehl und die LED geht wieder aus. Der Decoder entnimmt nun seine Basisadresse aus diesem Befehl nach folgender Regel:

          Basisadresse = (gesendete Adresse - 1) / 4. (der Rest verfällt)

      Der Decoder ist dadurch folgende Adressen programmiert: Basisadresse * 4 + 1 bis Basisadresse * 4 + 4

      Der obige "Rest" wird zusammen mit der "Spule" (rot oder grün) verwendet, um die Betriebsart einzustellen:
        eingestellte Betriebsart
        0 2 4 6
               
        Weiche 1 Weiche 2 Weiche 3 Weiche 4
               
        1 3 5 7
    Beispiel: Senden des Weichenbefehls 18 rot stellt die Basisadresse 4 ein - der Decoder "hört" auf die Weichenadressen 17-20 und läuft im Mode 2.

Die Betriebsarten

    Generell gilt, das OpenDecoder keine Schaltpause zwischen einzelnen Befehlen braucht. Dies gilt auch während des Dimmens! (Es soll ja am Markt Decoder geben, die sich nach einem Stellbefehl erst mal für 400ms totstellen ;-).

    Bei den Betriebsarten 0, 1, 2 und 3 (Lichtsignale) wird jeweils zuerst der bisher darstellte Signalbegriff abgedimmt, erst dann wird der neue Signalbegriff aufgedimmt.

    Der SignalDecoder wertet nur die "Einschaltbefehle" aus, die Ausschaltbefehle werden ignoriert und durch den programmierten Helligkeitsübergang ersetzt. Manche Zentrale wie z.B. die Intellibox (R) sendet auch gar keine Auschaltbefehle.
  • Betriebsart 0
    In dieser Betriebsart werden vier Lichtsignale mit zwei Begriffen geschaltet.

      Betriebsart 0: Vier Signale, zweibegriffig
      Adresse BegriffLeuchtend
      0 Hp0 - ZughaltSig0 - RT
      1 Hp1 - Fahrt Sig0 - GN
      2 Hp0 - ZughaltSig1 - RT
      3 Hp1 - Fahrt Sig1 - GN
      4 Hp0 - ZughaltSig2 - RT
      5 Hp1 - Fahrt Sig2 - GN
      6 Hp0 - ZughaltSig3 - RT
      7 Hp1 - Fahrt Sig3 - GN
  • Betriebsart 1
    In dieser Betriebsart werden zwei Lichtsignale mit je drei Begriffen geschaltet. Die Lichtsignale werden direkt (ohne zwischengeschaltete Dioden) mit dem Decoder verbunden.

      Betriebsart 1: Zwei Signale, dreibegriffig
      Adresse bei Hauptsignal bei Vorsignal Ausgänge
      0 Hp0 - Zughalt Vr0 - Zughalt xxxx0011
      1 Hp2 - Langsamfahrt Vr1 - Fahrt xxxx1100
      2 Hp1 - Fahrt Vr2 - Langsamfahrt xxxx0110
      3 reserviert reserviert xxxx0000
      5 Hp0 - Zughalt Vr0 - Zughalt 0011xxxx
      5 Hp2 - Langsamfahrt Vr1 - Fahrt 1100xxxx
      6 Hp1 - Fahrt Vr2 - Langsamfahrt 0110xxxx
      7 reserviert reserviert 0000xxxx
  • Betriebsarten 2 und 3
    In dieser Betriebsart wird ein Einfahrsignal und ein Vorsignal angesteuert. Das Einfahrsignal hat vier Begriffe: Hp0, Hp1, Hp2 und Sh1. Wenn Vorsignal und Hauptsignal am gleichen Mast sind, dann wird das Vorsignal bei Hp0 und Sh1 dunkelgetastet.
    Die Dunkeltastung des Vorsignals erfolgt nur in der Betriebsart 3, in der Betriebsart 2 wird das Vorsignal und das Einfahrsignal unabhängig angesteuert.
      Betriebsart 3: Ausfahrsignal und Vorsignal am gleichen Mast
      Adresse Begriff Hauptsignal Vorsignal
      0 Hp0 - Zughalt RT1 RT2 dunkel
      1 Hp1 - Fahrt GN leuchtet
      2 Hp2 - Langsamfahrt GN GE leuchtet
      3 Sh1 - Rangierfahrt RT1 WS WS dunkel
      4 Vr0 - Zughalt erwarten unverändert GE GE
      5 Vr1 - Fahrt erwarten unverändert GN GN
      6 Vr2 - Langsamfahrt erwarten unverändert GE GN
      7 reserviert unverändert dunkel

    Hinweis: ein 3-begriffiges Vorsignal zusammen mit dem Ausfahrsignal erfordert eine externe Diodenmatrix aus 4 Dioden, weil die Hardware nur 8 Ausgänge hat, aber 9 verschiedene Lampen angesteuert werden. Die Verschaltung des Vorsignals ist in diesem Fall wie beim Schaltdecoder.
  • Betriebsart 4
    Zwei Wechselblinker und Stopmagnet
    Diese Betriebsart kann für Bahnübergänge verwendet werden, Es sind folgende Ausgänge vorgesehen:
    • Andreaskreuz:
    • BÜ-Kontrolle: Für den Lokführer wird an der Strecke (in beiden Richtungen) ein Signal (Bü0/Bü1) aufgestellt, das anzeigt ob das Andreaskreuz auch wirklich blinkt. Das Signal enhält ein weißes Blinklicht, welches von der Überwachungsanlage angesteuert, wenn der Bahnübergang funktioniert; dieses Licht wird etwas nach dem Andreaskreuzen eingeschaltet.
      Auf dem Signal ist noch ein gelber Punkt dargestellt, dieser ersetzt das früher vorhandene Kontrolllicht "betriebsbereit".
    • Stopmagnet: Hier kann ein Magent für Faller Car angeschlossen werden; dieser wird ca. 2s nach dem Blinken aktiviert und bleibt etwa 2s länger eingeschaltet.
    • Betriebsart 4: Andreaskreuz mit Lokführeranzeige und Stopmagnet
      Adresse BegriffWirkung
      0 - Gruppe 1: Blinken abschalten, kurz darauf Stopmagnet abschalten
      1 - Gruppe 1: Blinken einschalten, Stopmagnet einschalten
      2 - nichts
      3 - nichts
      4 - Gruppe 2: Blinken abschalten, kurz darauf Stopmagnet abschalten
      5 - Gruppe 2: Blinken einschalten, Stopmagnet einschalten
      6 - nichts
      7 - nichts
      Anschlußplan:
      0Gruppe 1, Andreaskreuz, Phase A
      1Gruppe 1, Andreaskreuz, Phase B
      2Gruppe 1, Lokführeranzeige
      3Gruppe 1, Stoppmagnet
      4Gruppe 2, Andreaskreuz, Phase A
      5Gruppe 2, Andreaskreuz, Phase B
      6Gruppe 2, Lokführeranzeige
      7Gruppe 2, Stoppmagnet
  • Betriebsart 5
    Einzelbetrieb der Ausgänge; Beim Ein- und Ausschalten erfolgt ein Dimm-Übergang
      Betriebsart 5: Einzelsteuerung
      Adresse BegriffWirkung
      0 - Ausgang 0 ein
      1 - Ausgang 0 aus
      2 - Ausgang 1 ein
      3 - Ausgang 1 aus
      4 - Ausgang 2 ein
      5 - Ausgang 2 aus
      6 - Ausgang 3 ein
      7 - Ausgang 3 aus
      8 - Ausgang 4 ein
      9 - Ausgang 4 aus
      10 - Ausgang 5 ein
      11 - Ausgang 5 aus
      12 - Ausgang 6 ein
      13 - Ausgang 6 aus
      14 - Ausgang 7 ein
      15 - Ausgang 7 aus
  • Betriebsart 6
    In dieser Betriebsart belegt der Decoder 8 aufeinanderfolgende Adressen; ein neuseeländischer Freund wünschte sich das :-)
      Betriebsart 6: Driving R/G Search Lights
      Adresse BegriffLeuchtend
      0 - Sig0 - RT
      1 - Sig0 - GN
      2 - Sig0 - RT+GN
      3 - Sig0 - aus
      4 - Sig1 - RT
      5 - Sig1 - GN
      6 - Sig1 - RT+GN
      7 - Sig1 - aus
      8 - Sig2 - RT
      9 - Sig2 - GN
      10 - Sig2 - RT+GN
      11 - Sig2 - aus
      12 - Sig3 - RT
      13 - Sig3 - GN
      14 - Sig3 - RT+GN
      15 - Sig3 - aus
  • Betriebsart 7
    Ampel
    Diese Betriebsart steuert eine Ampel (vulgo "Lichtzeichenanlage"). Es sind folgende Ausgänge vorgesehen:
    --> Identisch zum Schaltdecoder, jedoch werden hier die Lichtübergänge weich gedimmt.
    Links:
    Wikipedia - Lichtzeichenanlage!
    www.info-lsa.de Viele Bilder und Hintergrundinfos

  • Sollte in den jeweiligen Betriebsarten der Jumper gesteckt sein, dann wird der letzte geschaltete Zustand im EEPROM abgespeichert.

Anpassen an andere Signalbegriffe

    Siehe hierzu auch die Erläuterungen zur Software Die Überblendgeschwindigkeit und Verzögerung kann leicht mit den Compilekonstanten DIMM_DOWN_SPEED, DIMM_UP_SPEED und DIMM_UP_DELAY eingestellt werden.
    Die Rampe und Verzögerung wird für die normalen Signale mit der Funktion set_new_light_val eingestellt; dieser Funktion braucht man nur das Bitfeld der neuen Zustände zu übergeben, eine Anpassung an verschiedene Signalbilder sollte daher leicht möglich sein.

    An den Beispielen zum Bahnübergang und Ampel wird die Konfigurierbarkeit und Leistungsfähigkeit der Timing-Engine zusammen mit der Dimmer-Engine deutlich. Weitere Beispiele finden sich im EffektDecoder.

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